Erkläre mir bitte jemand die Glashütte "Klein Freden". Die finde ich nicht, zumal ich diese Gegend gerade bearbeite. Vermutlich ist damit "Schildhorst" gemeint. In den Archivalien im Landesarchiv Hannover habe ich dazu nichts gefunden . mfg wfn
da ich hier die Angaben von Glasbär übernommen habe: Ich bin davon ausgegangen, dass er mit "Klein Freden" nur den Ort meinte, und die darunter angegebene "Deutsche Spiegelglas AG" der Name des Standortes ist. Es ist nicht mein Gebiet und ich kenne mich da nicht aus. Vielleicht meldet sich Glasbär dazu nochmal.
die deutsche Spiegelglas AG war 1899 - 1907 zwar in Klein Freden lt. google, ich kläre das noch ab, denn die Dt. Spiegelglas AG war in Grünenplan ansässig. Mit Gruß wfn
ich habe nachgelesen in Johannes Laufer : Deutsche Spiegelglas AG 1871-1975. Herausgegeben anläßlich des 250.Jahrestages der Gründung der "Fürstlichen Spiegelhütte auf dem Grünen Plan im Hils im Jahre 1744". ISBN 3-89533-114-7. Die Kurzform lautet dann DESAG.
Danach bestand in Klein Freden eine moderne Fabrik, für Glasforscher allerdings mit geringerer Bedeutung weil eine Industrieproduktion nicht mehr erforscht wird.
Unter diesem Aspekt ist zu überlegen, wie weit oder zeitlich begrenzt die Karte ausgelegt werden soll.
danke für Deine Informationen. Dann wäre noch zu klären, woher das Jahr 1765 als Beginn stammt. Ich werde versuchen, Glasbär zu kontaktieren.
Mit dem Hinweis auf die zeitliche Begrenzung reißt Du ein interessantes Thema an. Aus genealogischen Gesichtspunkten heraus kann man die Übersicht durchaus bis in die heutige Zeit fortführen. Unter meinen Vorfahren war mein Großvater der letzte Glasmacher (bis 1945). Seit dessen Großvater (vielleicht schon dessen Urgroßvater) war der Familie die sinkende Bedeutung ihres Standes durch das beginnende Industriezeitalter durchaus bewusst. Trotzdem ergriff auch mein Großvater noch den Beruf des Vaters. In meiner Familie der letzte, aber sicher gibt es auch Beispiele, die bis in die Neuzeit führen...
bitte berichtige den Landkarten Eintrag für Klein Freden. Gegründet wurde die Firma tatsächlich erst 1871. Für dieses Datum gibt es mehrere Quellen. Unter anderen auch das Adressbuch sämtlicher deutschen Glashütten von 1907. Die endgültige Stilllegung erfolgte 1936.
das Jahr 1765 ist nachweislich falsch. Ich hatte von Glasbär einen Link erhalten, dem ich nachgegangen bin. Dieser Autor schrieb in der Tat 1765. Es ist in der eigenen Festschrift der DESAG das Gründungsjahr 1744, worauf die auch ziemlich stolz sind. Aber so wird es falsch weitergegeben. Ich habe den Autor angeschrieben, vermutlich werde ich keine Antwort erhalten. mfg wfn
ich forsche selbst in erster Linie im Bereich Boehmen, Maehren und Waldviertel und Oesterreich. Werde Dir mal nach und nach meine Infos ueber Glashuettenstandorte schicken, damit Du diese in die Landkarte eintragen kannst. Ich beginne mal mit der Gegend westlich und nordwestlich von Seewiesen (Javorna).
A. Neuern / Nyrsko (oestlich von Furth am Wald, ueber der Grenze in Boehmen) - KB Nyrsko (ab 1654)
hier gabs zahlreiche Glashuetten. Die aelteste ist fuer 1348 vermerkt.
1. Eine Glashuette lag suedlich von Neuern, zwischen Neuern und Kolheim / Uhliste und ist noch heute auf der Landkarte als Skelna Hut eingetragen. Ich selbst habe gerade dort die KB im Zeitraum 1690 bis 1730 durchgesehen und da war die Glashuette aktiv. 2. Gerlhuette (bei St. Katharina, westlich von Kolheim), aktiv 1582-1620 3. Hinterhaeuser (noerdlich vom Muckenhof - siehe unten unter Hammern), taetig 1600-1700
B. Hammern / Hamry na Sumave (suedlich von Neuern) - KB Hamry (ab 1790), vorher KB Deschenice (ab 1681), teilweise auch KB Neuern
1. Huettstadt (im Wald, westlich des Sees, der zwischen Desenice und Hamry liegt) ab 1600 in Besitz der Familie Gerl. Erste Glashuette ab 1620. 1730 im Besitz von Anton Eisner vom Muckenhof. 2. Muckenhof (westlich der Huettstadt im Wald gelegen) - die Literatur sagt, dass die Glashuette dort zwischen ca. 1679-1709; 1731-1773 (Eisner und Schindler); 1797-1808 (Zahn) aktiv war. 3. Alte Osserhuette / Lenkhuette (westlich von Hamry im Wald, halber Weg zwischer Hamry und Ossergipfel); taetig von 1796-1848 aber mit Unterbrechungen (gegruendet von Ferdinand Josef Lenk) 4. Grasslhuette / Muellerhuette (bei Hammern, nahe dem Wenzelshof, auf dem linken Ufer des Weisbaches unter dem Zusammenfluss mit der Osser), 1802 vom Glashaendler Rauscher aus Neuern gegruendet, bis 1812 von Alois Hafenbraedel betrieben. 5. Neue Osserhuette (westlich von Zadni Hamry) taetig von 1845-1891 (gegruendet von Johann Anton Ziegler)
C. Brcalnik (suedlich von Hammern) - KB Gruen (ab 1784), vorher KB Desenice, KB Eisenstrass nach 1808
1. Fuerstenhuette (im Wald auf der N 190 gelegen, ungefaehr auf der Hohe, wo der Eisenbahntunnel beginnt), erste Huette vor 1700 von Fuerst gegruendet, zweite Huette 1749 von Johann Hafenbraedel, taetig bis 1808. 2. Stornhuette (zwischen N 190 und Eisenbahn gelegen, westlich der Fuerstenhuette), 1755 durch Johann Schindler aus Muckenhof errichtet, bis 1769 taetig; dann wieder von 1782-1792 in Betrieb.
Um die Suche zu erleichtern, hier noch die entsprechenden GPS Koordination soweit vorhanden
Fuerstenhuette N 49° 10.883', E 13° 14.094' Storngut N 49° 10.800', E 13° 13.669'
Alte Osserhuette / Lenkhuette N 49° 12.605', E 13° 7.833' Neue Osserhuette N 49° 11.982', E 13° 9.312' Grasslhuette / Muellerhuette N 49° 12.963', E 13° 9.090' Muckenhof N 49° 14.519', E 13° 6.444' Huettstadt N 49° 15.005', E 13° 7.455'